Eine Trainerkarriere wie aus dem Bilderbuch, die Olaf Lange vorzuweisen hat. Um Olafs Wirken bei uns im Verein nachvollziehen zu können, müssen wir in die Zeit zurückreisen, in der die Basketballabteilung des Turn- und Sportvereins Lichterfelde, noch kein eigenständiger Verein war (die Abspaltung erfolgte wesentlich später, im Jahr 2009).
Olafs Trainerkarriere beginnt beim VfL Lichtenrade, bis er dann 1991 zu TuSLi wechselt und ab 1993 auch parallel als Trainer beim Berliner Basketballverband arbeitet. 1995 ging es für Lange dann weiter ins Wuppertal, bis er 1998 das erste Mal als Bundestrainer der deutschen Frauen agierte. Und von da an geht es steil bergauf: 2001 bis 2003 ist er erneut Bundestrainer der deutschen Frauen, aber auch anderer deutscher Jugend-Auswahlteams, dann geht es zum MBC, dann nach Valencia, über die USA nach Australien und dann nach Russland. 2019 kehrte er als Assistant-Coach bei Chicago Sky in die WNBA zurück und gewann prompt die WNBA‑Meisterschaft. Von 2022 bis 2025 war er dann Assistant-Coach bei den New York Liberty und feierte zusammen mit Nyara Sabally und Leonie Fiebich vor zwei Jahren den WNBA-Titel – zum zweiten Mal.
Für viele ist er wieder auf den Bildschirm gerückt, nachdem er 2025 das Deutsche Frauenteam von Lisa Thomaidis übernahm und als erste Amtshandlung zusammen mit den Spielerinnen die WM-Qualifikation, mit 4 Siegen und einer Niederlage, erfolgreich überstand. Jetzt steht er an der Seitenlinie und führt das deutsche Frauenteam durch die Heim-WM und das sogar ziemlich erfolgreich!
Seiner Zeit bei TuSLi würden wir aber keineswegs gerecht werden, wenn sie in einem Satz durch zwei Jahreszahlen zusammengefasst wird. Olaf Lange war bereits früh an der Entwicklung der erfolgreichen Lichterfelder-Jugendarbeit beteiligt und war in vielerlei Hinsicht nicht nur ein Coach, sondern vielmehr ein wichtiges Bindeglied zwischen Verbands- und Vereinsarbeit.
1993 war ein sehr erfolgreiches Jahr für Olaf und den weiblichen Basketball bei TuSLi: Zusammen mit dem C-Jugendteam erspielte er sich die Teilnahme an der deutschen Meisterschaft und schließlich den Meisterschaftstitel. Teil des damaligen Teams war Christina Hahn, die später deutsche Nationalspielerin wird, was zeigt, wie erfolgreich Olafs Ausbildungsansätze waren.
Auch 1994 coachte er das C-Jugend-Team, das erneut um die Qualifikation zur überregionalen Meisterschaft spielte, und wurde 1995 dann als „tragende Figur der Nachwuchsarbeit im weiblichen Bereich“ verabschiedet.
Olaf Lange zeigte also schon damals, wie wichtig die Ausbildung junger Spielerinnen war und welche Rolle TuSLi dabei spielen sollte. Mit seinem Engagement bei TuSLi ebnete er den Weg für viele weitere Saisons, in denen nicht nur Titel gewonnen wurden, sondern in denen der Verein zu einer wichtigen Ausbildungsstätte des Berliner Mädchen- und Frauenbasketballs wurde. Auch heute bei der Frauen-WM unterstützt er das Team maßgeblich und setzt mit seiner Rückkehr als deutscher Nationaltrainer ein Zeichen: Der deutsche Frauenbasketball ist und bleibt ein Hingucker.
Außerdem scheut er auch nicht davor zurück, die teilweise noch mangelhaften Strukturen im weiblichen Sport zu kritisieren und die Bedürfnisse seiner Spielerinnen abhängig von Basketballvita und Lebensumständen zu berücksichtigen. Er ist damit nicht nur ein wichtiges Vorbild für Basketballcoaches, sondern zeigt auch, was jungen Mädchen und Frauen im Basketball geboten werden muss: faire Bedingungen und Aufmerksamkeit.
Fotos: DBB, https://share.google/uAe4YqqWMnyFKAyu2