Satou Sabally setzt ein Zeichen: Egal, wo sie hinkommt, die 28‑Jährige zeigt sich als Basketball-Ikone – und das ist sie auch! Auch wenn sie verletzungsbedingt die WM verpasst, darf sie nicht fehlen, wenn man den deutschen Frauenbasketball unter die Lupe nimmt!
Ihre Highlights bei TuSLi sind endlos, doch mit ihrem Debüt in der 1. Damenmannschaft setzt sie ein Zeichen: 2011 wechselt die 13-Jährige zu TuSLi und etabliert sich schnell nicht nur als Führungsspielerin, sondern als Wundertüte. Sie ist schnell, athletisch und hat einen präzisen Wurf, der ihr nach nur einem Jahr bei TuSLi die Türen in die 2. Damenbasketballbundesliga öffnet – und das mit gerade einmal 14 Jahren.

Doch damit war es noch nicht genug: Satou durchläuft wie viele vor und nach ihr das erfolgreiche TuSLi‑WNBL-Programm unter Daniel Langner, doch setzt noch einen oben drauf – 2014 ist sie Top-Scorerin der WNBL mit durchschnittlich 34,5 Punkten pro Spiel.
Der krönende Abschluss ihrer TuSLi-Zeit lässt sich vermutlich auf den 31. Januar 2015 datieren: Im Spiel der 1. Damen gegen die Milestone Foxes Zehlendorf erzielt Satou, damals dann 17 Jahre und eine der Leistungsträgerinnen im DBBL-Team, 31 Punkte, was circa 28% der TuSLi-Punkte ausmachte. Seit jeher haben die 1. Damen das Ergebnis von 110:69 nicht überbieten können.
Auch wenn Satou 2015 TuSLi verlässt und zum USC Freiburg wechselt, bleibt sie dem Verein verbunden, besucht junge Nachwuchsspielerinnen im Training, steht für Interviews bereit und setzt sich global für den Frauenbasketball ein, was sich natürlich auch für uns auszahlt.
Bevor Satous Werdegang dann richtig an Fahrt gewinnt, darf die Betrachtung ihrer Karriere im deutschen Nationalteam nicht fehlen: Bereits 2011 wird sie Teil des DBB-Projekts „Talente mit Perspektive“ und sichert sich dann einen Platz im U16‑EM‑Kader. 2014 ist sie auch wieder Teil der U16-Nationalmannschaft und schreibt Geschichte: In Estland gewinnt das Team den Titel und Satou kehrt zu TuSLi mit einer Medaille um den Hals zurück. Auch in die U18‑Nationalmannschaft wird sie berufen, sowie 2017 dann in die U20‑nationale Auswahl: Auch hier folgt der nächste große Durchbruch und das Team setzt sich im Finale gegen die Slowakei durch. Von 2018 bis 2023 ist Satou immer wieder Teil der A-Nationalmannschaft und im 3×3‑Nationalteam, wo sie mit ihrer Leistung auf dem Court, aber auch mit ihrer offenen Art neben dem Court überzeugt. Was dann folgte, wissen viele: die Qualifikation für Olympia, die Olympischen Spiele und nun die Heim-WM.

Neben all dem kann Satou ihre Träume vom internationalen Basketball wahr werden lassen: Nach dem Wechsel zu den Eisvögeln, schafft Satou den Sprung ans College. Für sie geht es nach Oregon zu den Oregon Ducks, wo sie nicht nur den College-Basketball kennenlernt, sondern auch das Leben in den USA.
Mitten in der Pandemie dann der erneute Durchbruch: Satou tritt in die Fußstapfen von vier anderen deutschen Frauen, die den Weg in die WNBA ebneten. Gebannt verfolgt sie damals den WNBA-Draft im Corona-Stream und dann, als zweiter Pick, steht es fest: Satou spielt in der WNBA bei den Dallas Wings. Damit war sie die höchstgedraftete deutsche Basketballspielerin überhaupt (übrigens auch unter den deutschen Männern – Dirk Nowitzki schafft es, über den 9. Pick gedraftet zu werden).
In der WNBA angekommen, sorgt Satou auch hier für einen Kracher nach dem anderen: 2021 wird sie nach ihrer zweiten Saison zum WNBA‑All-Star gewählt und schickt damit eine klare Botschaft in die Heimat: Träume können wahr werden und der Frauenbasketball wird revolutioniert!
Zwar wird ihre WNBA-Zeit durch Verletzungen etwas ausgebremst, doch ihre Bekanntheit keineswegs und sie kommt stärker zurück: 2023 spielt sie ihre beste WNBA-Saison mit 18,6 Punkten, 8,1 Rebounds, 4,4 Assists und 1,8 Steals und sichert sich damit den WNBA Most Improved Player Award. 2025 wechselt sie zu Phoenix Mercury und 2026 zu New York Liberty, wo sie noch immer spielt und mit ihrem Können überzeugt.
Auch wenn Satou verletzungsbedingt die Heim-WM verpasst, ist eines ganz klar: Sie ist ein Vorbild und das nicht nur für viele Spielerinnen hier bei uns im Verein, sondern für Frauen weltweit. Sie zeigt, dass Frauen stark sind, dass Frauen Großes erreichen und dass sie gesehen werden müssen. Mit ihrer Karriere, aber auch ihrer Art an sich, setzt sie sich für Empowerment und Gleichberechtigung ein und verdient somit genauso Anerkennung wie die deutschen Nationalspielerinnen, die bei der Heim-WM unser Land vertreten, denn das tut sie mit Herz und Seele auch. Wir wünschen Satou eine schnelle Genesung, gratulieren ihr zu ihrem bisherigen beachtlichen Werdegang und sind stolz darauf, was für eine außergewöhnlich starke und bewundernswerte Frau aus ihr geworden ist!
Foto 1: https://www.jugendtrainiert.com/nachrichtendienst/artikel/herzlichen-glueckwunsch-satou
Sonstige Fotos: DBB und TuSLi Archiv