Auch wenn Patricia Broßmann nicht dem finalen WM‑Kader angehört, ist es allerhöchste Zeit, dass wir uns der einstigen TuSLi-Spielerin widmen und sie im Zuge des Women’s World Cup vorstellen, denn ihre Basketballvita zeigt, dass „Back To The Roots“ eine ganz neue Bedeutung bekommt, wenn man schon mit 15 Jahren als eine der besten deutschen Jugendspielerinnen aufgeführt wird.

Patricia beginnt ihre Basketballkarriere im Jugendbereich von BG Zehlendorf und entwickelt sich dort schnell zu einer Perspektivspielerin für die internationale Basketballbühne. 2012 wechselt sie daher zu TuSLi in die WNBL, um das Lichterfelder Nachwuchsprogramm unter Alexandra Maerz zu durchlaufen, und kann sich auch hier schnell weiterentwickeln. Sie kann ihr Rebounding und Scoring präzisieren und vor allem ihre Physis und Präsenz in der Zone verbessern, sodass sie bereits 2013 auch in den Kader der 2. DBBL aufgenommen wird. 

Ihre WNBL-Zeit zeichnet sich vor allem durch Konstanz aus: In jedem Spiel zeigt sie Fokus und Teamgeist und kommt so in der Saison 2013/2014 auf eine Punktebilanz von durchschnittlich 20 Punkten pro Spiel. Ihre harte Arbeit zeigt sich auch 2015, als sie ihr bestes TuSLi-Spiel in der 2. DBBL überhaupt spielt: In der Partie gegen die Bender Baskets Grünberg kann die damals 18-Jährige 17 Punkte scoren und so erfolgreich ihre Zeit in Berlin beenden, wobei sie zwischenzeitlich noch bei den Milestone Foxes Zehlendorf spielte.

Denn nach dem Abitur zieht Patricia weiter in die USA. Sie spielt an der University of San Diego und konnte bereits in ihrer Rookie-Season mit durchschnittlich 11,4 Punkten pro Spiel wichtige Akzente im Team setzen. In ihrer Senior-Saison wurde sie vor allem für ihre Rebound-Leistung gefeiert und mit 660 Karriere-Rebounds auf dem 8. Platz in der Universitätsrangliste verewigt.

Nach ihrer College-Zeit kehrt Patricia zum europäischen Basketball zurück und beginnt eine interessante Reise durch verschiedene Vereine und Ligen: Sie startet in Frankreich beim COB Calais, geht dann eine Saison zu den TK Hannover Luchsen und dann eine Saison sogar nach Australien zu den Rockingham Flames, bevor sie dann nach Italien kommt, zum Costa Masnaga. 

Das zusätzlich Beeindruckende dabei ist, dass sie während all dem auch als deutsche Nationalspielerin erfolgreich ist: Bereits in der U16‑Nationalmannschaft setzt sie sich als eine der besten Jugendspielerinnen durch, wie das DBB-Magazin sie betitelt. Und von da an, ist sie immer wieder Teil des deutschen Nationalkaders: In der U16 erzielt sie bei der EM 2013 durchschnittlich 16,6 Punkte und 6,7 Rebounds pro Spiel und gehört damit zu den Top-Performerinnen Deutschlands; und auch in der U18 fährt sie 2014 nach Bulgarien und 2015 nach Rumänien. Zusammen mit dem deutschen U20-Kader kann die damals 20-Jährige sogar die Silberne Medaille erspielen und ihr letztes Jugend-Nationalmannschaftsjahr abschließen.

Aber trotz des Ozeans, der sie von ihrer Heimat trennt, bleibt sie dem deutschen Basketball treu und gibt 2021 ihr Debüt in der A‑Nationalmannschaft. 2023 erfolgte dann die Teilnahme an der FIBA Women’s Eurobasket, wo sich das deutsche Team bis zum 6. Platz durchschlug. Ihre ehemalige Trainerin Alexandra Maerz beschreibt sie schon früh als „wichtigen Faktor“ im Team durch ihren „unermüdlichen Einsatz“, was wir auch bei ihrer Rückkehr in die Nationalmannschaft sehen konnten:

Nach einer 3-jährigen Natio-Pause kehrte Patricia dann unter dem neuen Headcoach der Nationalmannschaft, Olaf Lange, wieder zurück: Für die WM-Qualifikation schlüpfte Patricia in das Deutschland-Trikot und unterstützte das Team auf dem Weg zur Heim-WM. Auch wenn sie am Ende nicht in den 12er‑WM-Kader einzog, so zeigte sie seit jeher ihren kontinuierlichen Einsatz für Team D, aber auch für den Frauenbasketball. Sie steht für die zunehmende Aufmerksamkeit für den deutschen Frauenbasketball und zeigt den erfolgreichen Übergang einer Berliner Nachwuchsspielerin über das US-College-System hin zu einer europäischen Profikarriere. Ihr Einsatz und ihre harte Arbeit sind dabei Qualitäten, die wir auch unseren jetzigen Nachwuchsspielerinnen bei TuSLi vermitteln und die in Patricia Broßmann ein Vorbild und eine Frau sehen können, die ihnen den Weg ebnete.

Foto 1: https://www.basketball-bund.de/schul-wm-limoges-zwischenbericht/?com

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Sonstige Fotos: DBB und TuSLi-Archiv