Next Stopp: Women’s World Cup 2026 – ein weiterer Höhepunkt, der sich makellos in Nyara Saballys Karriere einreiht. Die 26-Jährige ist eine DER Schlüsselspielerinnen der deutschen Nationalmannschaft bei dieser Heim-WM, doch ihr Einfluss und ihre Bedeutsamkeit begannen schon viel früher…
Oft bleibt Nyaras Entwicklung und Bedeutung für den deutschen Frauenbasketball im Nebensatz versteckt. Dabei zeichnet sich schon sehr früh ab, dass sie das Potenzial zu einer Basketballikone hat. Nyara durchläuft in ihrer Zeit bei TuSLi Entwicklungsschritte, wie keine andere, erkämpft sich Titel und Auszeichnungen und das IMMER mit einem Lächeln im Gesicht.
Ihre ersten Basketballerfahrungen enden bereits 2014 mit einem Meisterschaftstitel. Zusammen mit der TuSLi-U15 spielt sie eine herausragende Saison und erkämpft sich nicht nur die Teilnahme an der Deutschen U16‑Meisterschaft, sondern auch den Einzug ins Finale und abschließend den Meisterschaftstitel. Und als wäre das nicht genug, wird dieser in der darauffolgenden Saison von dem Team um Nyara auch erfolgreich verteidigt. Mit zwei Meisterschaftstiteln in der Tasche beginnt für Nyara die wohl aufregendste Zeit bei TuSLi.

Nyaras Bedeutung für den Erfolg bei den U16‑Meisterschaften sichert ihr einen Platz im WNBL-Kader unter der Führung von Daniel Langer und Alexandra Maerz. Hier durchläuft die damals 14-Jährige das Lichterfelder-Entwicklungsprogramm, wie Talente vor und nach ihr, und entwickelt ihre körperlichen Grundlagen, ihre Reboundstärke und vor allem ihre Vielseitigkeit. Ihre ehemalige TuSLi-Teamkollegin Ireti Amojo beschreibt sie schon damals als eine agile Spielerin mit Stärken im Ballhandling.
Mit diesen Qualitäten dauert es nicht lange, bis Nyara heraussticht und sich in der WNBL einen Namen macht: In der Saison 2017/18 spielt sie ihre Top-Partie bei TuSLi und erzielt ihre Bestleistung von 44 Punkten im Playoff-Spiel gegen ALBA Berlin. Damit war es kein Wunder, dass trotz der Niederlage im Finale Nyara nicht nur den Vize-Meisterschaftstitel feierte, sondern auch als WNBL‑MVP ausgezeichnet wurde.
Ihre Bodenständigkeit und ihr Spielen im Sinne des Teams sind dabei Qualitäten, die sie nie ablegt und auch, als sie viele Jahre später bei TuSLi zu Besuch ist, genau diese an junge Spielerinnen weitergibt, als sie mit ihnen zum Selfie posiert.
Auch während ihrer WNBL-Zeit spielte sie schon eine überaus wichtige Rolle im 1. Damenteam, das wie heute in der 2. Damenbasketballbundesliga antrat. Hier wird sie sogar für den ersten German Allstar Day der 2. DBBL nominiert und gehört immer wieder zu den Top-Performerinnen des Spieltags.

Und als wäre das noch nicht genug, beginnt Nyaras internationale Karriere schon mit 15 Jahren: 2015 nimmt sie bei der U16-Europameisterschaft teil und macht sich mit einer Rebound-Leistung von 13,2 pro Spiel bemerkbar. Nicht überraschend war es also, dass auch ihr Platz im nationalen Kader sich immer weiter festigen würde: Schon im Jahr 2017 folgt der nächste internationale Knaller. Zusammen mit dem Nationalteam holt sie bei der U18-Europameisterschaft in der Division B den Titel, sichert damit den Aufstieg in die Division A und wird nebenbei noch zum Turnier-MVP gewählt, was bei folgenden Stats auch nicht überrascht: 17,3 Punkte, 12,8 Rebounds, 1,8 Assists, 2,2 Steals, 1,7 Blocks und 28,7 Effizienz. Und weil Nyara gerne Titel zu verteidigen scheint, setzt sie im darauffolgenden Jahr einfach da an, wo sie aufgehört hatte, und gewinnt die U18‑Europameisterschaft, dieses Mal in der Division A.
2018 war also ein überaus erfolgreiches Jahr für Nyara, aber wie sollte es anders sein, auch für sie ging es weiter hoch hinaus: Nyara wechselt zur Saison 2018/19 einfach mal den Kontinent und zieht nach Oregon, um dort den College-Basketball aufzumischen.
Jedoch sind ihre ersten beiden Collegejahre bei den Oregon Ducks durch Knieprobleme eingeschränkt, weswegen es erst 2020 richtig losging. Zusammen mit ihrem Team erreichte sie das NCAA‑Tournament, die US-amerikanische College-Meisterschaft, und wurde sogar ins All-Pac-12-Team gewählt, was sie als eine der herausragendsten Spielerinnen der Saison auszeichnete. Ihre letzte Collegesaison war gleichzeitig ihre beste, was sie zum hochkarätigen WNBA-Prospect machte.
Als etablierte Center/Forward-Spielerin wurde sie dann im April 2022 als fünfter Pick in die WNBA zu New York Liberty gedraftet. Durch erneute Kniebeschwerden verpasste sie ihre Rookie-Season und konnte erst 2023 langsam ins WNBA-Spielgeschehen einsteigen und seit jeher wuchs ihre Verantwortung, sodass 2024 das geschah, was vorher noch keine andere deutsche Frau schaffte. Zusammen mit ihrer Teamkollegin Leonie Fiebich, erspielen sich die New York Liberty Frauen den WNBA-Championship-Titel. Damit schreiben die beiden Geschichte!
2025 wächst ihre Verantwortung bei den Liberties und 2026 folgt dann ein Wechsel, dessen Früchte Nyara noch lange ernten könnte: Als Expansion Draft wurde Nyara von den Toronto Tempo ausgewählt und kann bereits jetzt schon eine herausragende Bilanz ziehen. Da bleibt es also spannend, was noch geschehen wird…
Aber auch für Team D war Nyara stetig am Start: 2023 debütierte sie in der A-Nationalmannschaft bei der Qualifikation zur FIBA Women’s EuroBasket 2025 mit 17 Punkten und 13 Rebounds. Gefolgt wohl von einem weiteren Karriere-Highlight: der Olympia-Qualifikation und Olympia-Teilnahme; beides maßgeblich durch Nyaras Performances beeinflusst. Zusammen mit den deutschen Nationalspielerinnen entschied Nyara die Partie gegen Gastgeber Brasilien für sich und feierte die historische erste Teilnahme der deutschen Basketballfrauen an den Olympischen Spielen.
Und die folgten prompt: Mit 18 Punkten und 9 Rebounds konnte Nyara ihr Olympia-Debüt feiern und zusammen mit dem deutschen Nationalkader das Viertelfinale erreichen – jetzt ist es endlich so weit: Nach der erfolgreichen Qualifikation steht nun auch Nyara bereit für die Heim-WM in Berlin und wird vermutlich auch hier nicht nur mit ihren persönlichen Stärken glänzen, sondern mit ihrer Art an sich, ihrem Teamgeist und der endlos scheinenden Motivation, immer das Beste herauszuholen. Wir staunen über ihre Entwicklung und sind begeistert, mit wie viel Herz sie den Frauenbasketball von Saison zu Saison prägt und dem Nachwuchs damit zeigt, wie wichtig es ist, sich Ziele zu setzen, hart zu trainieren und das Lächeln nicht zu verlieren.
Fotos: DBB und TuSLi Archiv