Zwei Mal die Zwölf, bitte!“ Bei der WM mit der Rückennummer 24 unterwegs – bei TuSLi damals die zwölf: Lina Sontag ist aus dem deutschen Nationalkader nicht mehr wegzudenken wie einst aus TuSLis erfolgreichsten Mädchenteams.

Lina startet bei BgZ im Minibereich und wechselt schließlich zum TuS Lichterfelde. Hier genießt sie die Ausbildung unter Alex Maerz und Daniel Lang und kann einige Erfolge vermerken. Lina ist eine der vielen Basketballspielerinnen der Jahrgänge 2001–2004, die bei TuSLi Geschichte geschrieben haben: Gleich zwei Mal hintereinander gelingt es, den Deutschen Meisterschaftstitel zu holen, und Lina ist mittendrin. 2017 ist sie eine der tragenden Spielerinnen der wu15 und kann bereits hier ihre Größe nutzen, um beim Rebound zu überzeugen. Aber auch entscheidende Würfe und das Durchsetzen in der Offensive gehören zu ihren Stärken, sodass sie schnell deutschlandweit immer bekannter wird.

Schnell fällt sie den Coaches der Nationalmannschaften auf und ist immer wieder bei Lehrgängen dabei. Ihr erstes A-Länderspiel für Deutschland bestreitet sie mit gerade einmal 16 Jahren. Aber auch schon vorher nimmt sie erfolgreich am U15-Leistungscamp teil, fährt zum Bundesjugendlager und wird für das U16‑Nationalteam nominiert, und das mit 14 Jahren.

Ihre Highlights bei TuSLi sind nahezu endlos, doch die WNBL‑MVP-Auszeichnung im Jahr 2020 reiht sich nahtlos ein. Nachdem TuSli 2018/19 im Finale gegen die ChemCats unterlag, galt das WNBL-Team um Sontag in der Saison 2019/20 als einer der Favoriten. Lina entwickelte sich stetig weiter, angetrieben durch Ehrgeiz und eine Mannschaft, die ihr den Rücken freihielt. In der WNBL-Hauptrunde erzielt sie durchschnittlich 13,7 Punkte, 11,7 Rebounds und 3,1 Assists, 3,8 Steals und damit eine Effektivität von 20,5. Umso größer war die Trauer, als dann wegen COVID die Saison frühzeitig beendet wurde und TuSLi, bis dahin ungeschlagen, dem Favoriten-Titel nicht mehr gerecht werden konnte. Doch für Lina ging es dann erst richtig los…

„Lina ist eine Spielerin, die mit ihrer Präsenz auf dem Feld, im defensiven und im offensiven Bereich, mit ihren Passfähigkeiten sehr viel Einfluss auf jedes WNBL-Spiel nehmen kann. […] Lina verkörpert diese moderne Spielerin, die vielseitig ist, auf vielen Positionen spielen kann, praktisch von Position eins bis fünf“, so der ehemalige Nachwuchsbundestrainer Stefan Minack (heute Möller) über Linas WNBL Zeit.

Während ihrer WNBL-Zeit beginnt Lina, bei unseren Damen in der 1. Regionalliga mitzutrainieren, und kann schnell ihre ersten Spiele im Damenbasketball erfolgreich bestreiten. Hier entwickelt sie ihr Repertoire weiter: Ihre 1‑gegen-1-Fähigkeiten werden noch präziser, das Ballhandling und ihr Passspiel makellos und ihr Ruf als All-Around-Talent war geboren. Durch ihre Spannweite und Größe war sie jeder Gegnerin ein Dorn im Auge, da sie Würfe blockieren konnte und gleichzeitig den Rebound holte.

Umso größer dann die Freude, als Lina den Sprung schafft. Die nächste Station heißt Freiburg: Im Sommer 2021 wechselt Lina zum Erstligisten und wird noch in dieser Saison als Rookie of the Year gefeiert. Und es geht Schlag auf Schlag weiter: 2022 zieht die Berlinerin in die USA weiter und macht den College-Basketball unsicher – an der University of California, Los Angeles. Auch hier wird sie als eines DER Talente ihres Jahrgangs eingestuft und teilt vor allem mit der Welt interessante Einblicke in den College-Basketball. Währenddessen bleibt sie ein fester Bestandteil des deutschen Nationalkaders und fährt 2023 zur Europameisterschaft und 2024 zu den Olympischen Spielen.

Ab 2024 beglückte sie dann die deutsche Bundesliga mit ihrem Comeback: Bei den Eisvögeln spielte sie wieder in der 1. Bundesliga, dann eine Saison bei den GiroLive-Panthers in Osnabrück … Die Reise geht also weiter und bleibt spannend!

Nun steht aber erstmal ein weiteres Highlight für die ehemalige TuSLi-Spielerin an: die Frauen-WM hier in Berlin… Wir wünschen Lina viel Erfolg für die WM 2026 und sind gespannt, was sie aufs Feld zaubern wird.

Fotos: DBB und TuSLi-Archiv