WNBL ohne vier im TOP 4

Nach dem erfolgreichen Klassenerhalt in der 2. DBBL Nord konnte die WNBL-Mannschaft des TuS Lichterfelde am vergangenen Sonntag ein zweites dickes Ausrufezeichen in Sachen Berliner Nachwuchsförderung setzen: Erstmals in der Vereinsgeschichte sicherte sich TuSLis WNBL die Teilnahme am Finalturnier der höchsten deutschen Jugendspielklasse im weiblichen Bereich. Die Lücke zwischen der erfolgreichen Arbeit bis zur U15 und der Anschlussförderung scheint langsam geschlossen zu werden. Glückwunsch an alle Beteiligten!

Keine echte Freude: In einem spannenden Spiel mit Läufen auf beiden Seiten konnten sich die jungen Lichterfelder Ladies am Ende mit 69 -64 bei den starken OSC Junior Panthers – dem letzten Konkurrenten um den Finaleinzug - durchsetzen und damit eine sehr gute Saisonleistung krönen. Ein richtiges Entscheidungsspiel war das also und der Sieg eigentlich ein Grund zu riesiger Freude… Echter Jubel wollte jedoch nicht so recht aufkommen, weder bei den Spielerinnen noch im Trainerteam. Zu enttäuschend sind die Nachrichten, die das Team in den letzten Wochen erreicht haben.

Die weibliche Nachwuchsförderung unter der Idee „Team Berlin“: Berlin ist seit Juli 2016  einer von derzeit drei „DBB Nachwuchsstützpunkten weiblich“. Gemeinsam mit dem Berliner Basketball Verband (BBV), dem Schul- und Leistungssportzentrum Berlin (SLZB) und ALBA Berlin stellt TuSLi dabei eine von vier Berliner Säulen, die die Förderung nationaler Talente und Nationalspielerinnen regional gezielt im Rahmen einer durch die Bundestrainer vorgegebenen Spiel-, Trainings- und Individualkonzeption unterstützen wollen. Neben vielen anderen Aufgaben sind TuSLi und ALBA dabei unter der Regie des BBVs für die regionale Förderung in den Berliner WNBL-Mannschaften verantwortlich. Das SLZB realisiert die individuelle Förderung und insbesondere die „duale Karriereplanung“.

Terminkollision bei den Berliner Stützpunkt-Partnern: Bereits im August des letzten Jahres stand fest, dass das WNBL Top-4 Turnier und die „Schul-Weltmeisterschaft“, für die sich das SLZB qualifiziert hat, zum gleichen Termin stattfinden werden. Da man zu den Verpflichtungen gegenüber seinen Partnern steht und auf eine Lösung gehofft hatte, wurde der Teilnahme des SLZB an der Schul-WM seitens TuSLi natürlich zugestimmt. Seitdem hat sich der Stützpunkt Berlin regelmäßig um eine Verschiebung des Top 4 Termins bemüht – eine Entscheidung wurde aus unterschiedlichen Gründen jedoch immer wieder vertagt. Seit Anfang März gibt es nun endlich Klarheit: Der TuS Lichterfelde muss das Top 4 ohne vier seiner Leistungsträgerinnen bestreiten: Victoria Poros, Blanca Stammer, Nyara Sabally und Mira Khan können nicht teilnehmen.

Festes Vertrauen in alle Spielerinnen: Somit wird das diesjährige WNBL Top-4 also leider nicht mit Beteiligung aller derjenigen Spielerinnen stattfinden, die sich in einer langen Saison dafür qualifiziert haben. Bereits vor Beginn der WNBL Saison hat sich die Mannschaft jedoch intern dazu entschlossen, das Finalturnier auf jeden Fall zu spielen. Eine Absage kommt also nicht in Betracht! Warum auch? TuSLi hat mit Areti Avgerinos, Lilli Grobla, Svea von Popowski, Cléa Rouault, Meret Kleine-Beek, Doreen Fox, Elisa Billepp, Johanna Rosenthal, Clara Kelly, Tabea Fox und Leyla Öztürk viele tolle Spielerinnen. Und auch wenn das Fehlen der WM Fahrerinnen sicherlich einen großen Aderlass bedeutet - ein Sieg im Halbfinale wird trotzdem angestrebt. Definitiv eine Herkules-Aufgabe gegen ein in der Süd-Gruppe absolut dominantes Team des Jahn München, aber genau das macht den Sport ja so interessant.

Tolle Truppe! Dass die Situation die Mannschaft hart trifft, dürfte wohl recht verständlich sein. Ein riesiges Kompliment geht daher erst einmal an die Mädels, deren Teamgeist offensichtlich so stark ist, dass sie das wegstecken und die Saison erfolgreich beenden konnten. Und natürlich an Headcoach Tilmann Rocha, der seine Eitelkeiten an den Rand gestellt und trotz allem einen Weg gefunden hat, die Mannschaft zum bisher größten Vereinserfolg seit Einführung der WNBL zu führen. Good Job!

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