Berlins Frauen träumen heimlich von der Bundesliga

von GS

TusLi-Basketballerinnen sind personell nun besser aufgestellt

Berlin. Die U15-Mädchen wurden mal wieder Deutscher Meister, das U16-Nationalteam verpasste mit Berliner Unterstützung nur knapp die WM-Teilnahme und bei der U18-EM wurde Nyara Sabally zur wertvollsten Spielerin gewählt. Es war also ein normaler Sommer für die Basketballerinnen des TuS Lichterfelde. Der Klub ist seit Jahren bekannt für hervorragende Nachwuchsarbeit. Trotzdem hat Lichterfelde es bislang nicht in die Bundesliga geschafft, selbst in der Zweiten Liga war man zuletzt nur Mittelmaß.

Den Berlinerinnen fehlen die Mittel, um Profis zu bezahlen, die für einen Aufstieg nötig wären. "Bei uns verdient niemand auch nur einen Cent", erzählt Trainerin Alexandra Maerz. TusLi versteht sich als Ausbildungsverein; Geld fließt immer zuerst in den Nachwuchs. "Die Kehrseite der Medaille ist, dass uns die wirklich guten Spielerinnen immer nur für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung stehen", sagt Maerz.

Doch in diesem Jahr lief es ausnahmsweise anders. Die jungen Spielerinnen blieben an Bord, zudem konnte der Klub prominente Rückkehrer begrüßen. Nationalspielerin Ireti Amojo, zuletzt für Herne in der Bundesliga aktiv, kehrte aus beruflichen Gründen in ihre Heimat zurück; zudem ist Spielmacherin Lena Gohlisch nach einem Auslandsjahr in Frankreich wieder dabei. Auch sie könnte locker in der Bundesliga spielen, hat sich aber wegen ihres Studiums für Berlin entschieden. Weiterhin dabei ist auch Nyara Sabally, die jüngere Schwester von Nationalspielerin Satou Sabally, die gerade in die USA ans College gewechselt ist – viele halten sie sogar für noch besser als ihre Schwester. "Sie ist ein absolutes Supertalent auch über Deutschlands Grenzen hinaus. Mit Sabally, Gohlisch und Amojo haben wir eine vielversprechende Achse", sagt Trainerin Maerz.

 

In der neuen Zweitligasaison, die für TusLi am Sonnabend gegen die Löwen aus Bergisch Gladbach beginnt (18 Uhr, Goethe-Oberschule), peilen die Berlinerinnen einen Platz in den Top 6 an. Den Aufstieg hält Maerz derzeit für nicht realistisch. Auf knapp 200.000 Euro schätzt sie den Etat der besten Zweitligisten, "davon sind wir meilenweit entfernt". Erschwert wird die Sache, weil auch im Unterhaus immer mehr auf Ausländerinnen gesetzt wird. In der Bundesliga sind die Beschränkungen völlig aufgehoben worden. "Das macht es für Vereine wie uns nicht einfacher", so die frühere Bundestrainerin. Doch der Traum von einem Berliner Erstligisten auch bei den Frauen lebt. "Das wäre für den Basketball in der Stadt eine tolle Sache", meint Maerz. In den Neunzigern spielten mal City Basket und Wemex Berlin oben mit, ehe der Klub nach dem Rückzug des Hauptsponsors bankrott ging.

 

 

Quelle : Berliner Morgenpost

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